Brückenmännchen und Brückenweibchen

Im Jahr 1898 wurde die erste feste Brücke über den Rhein erbaut, die Bonn und Beuel miteinander verband. Beide Seiten konnten sich aber nicht auf den genauen Standort einigen und so endete die Brücke auf Beueler Seite zunächst mitten in den Feldern, ohne dass es Zufahrtswege gab. Daher weigerten sich die Beueler ihren Anteil an den Kosten des Brückenbaus zu übernehmen. Zum “Dank” brachten die Bonner daraufhin am rechten Turm des Beueler Brückenpfeilers die Skulptur des Brückenmännchens an, der seinen Hintern den Beuelern entgegenstreckt.

Die Beueler revanchierten sich und brachten im Gegenzug am linken Turm desselben Pfeilers das Brückenweibchen an. Dieses stellt eine keifende Waschfrau dar, die mit einem Pantoffel in der Hand in Richtung Bonn schimpft. Beide Skulpturen blieben an ihren Plätzen, als sich die beiden Rheinseiten später einigten und die Beuler sowohl ihren Anteil an der Brücke bezahlten als auch die notwendigen Zufahrtswege errichteten.

Im März 1945 wurde die Brücke durch deutsche Truppen auf der Flucht vor den Alliierten zerstört, die beiden Skulpturen konnten bei den Aufräumarbeiten aber geborgen werden und wurden an der 1949 neu errichteten Rheinbrücke (heutige Kennedybrücke) angebracht. Nachdem das Brückenmännchen durch Vandalismus 1960 beschädigt wurde, ließ man eine durch Spenden finanzierte Kopie erstellen und wieder an der Brücke befestigen.

Nachbildungen beider Skulpturen findet man heute an der Hochwasserschutzmauer.

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