Doppelkirche in Schwarzrheindorf

Die Kirche St. Maria und Clemens ist in Bonn besser bekannt unter dem Namen Doppelkirche in Schwarzrheindorf. Die romanische Kirche wurde im 12. Jahrhundert durch Arnold von Wied errichtet und am 25. April 1151 geweiht. Nach dem Tod von Wieds 1156 wandelte seine Schwester Hedwig die Kirche sowie die angrenzende Burg in eine Benediktinerinnenkloster um, später wurde ein adliges Damenstift daraus. Im Laufe der Jahre wurden die Gebäude schwer beschädigt und nach der Auflösung des Stifts 1804 wurde die Kirche Eigentum des Staates. Seit 1868 wird die Doppelkirche wieder als Pfarrkirche genutzt.

Das ursprüngliche Grab Arnold von Wieds wurde 1997 bei Reparaturarbeiten im Boden der Kirche entdeckt. Seine Gebeine wurden dann in einer Stahlkassette unter dem Grabstein begraben.

Im Vierungsturm der Kirche befinden sich sieben Glocken, deren älteste aus dem Jahr 1636 stammt. Sie wurde um 1800 herum von den französischen Truppen Napoleons nach Mirecourt verschleppt und 1964 wieder zurück gebracht, woraus die Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt entstand.

Architektur

Das kreuzförmig angelegte Kirchengebäude besteht aus einer Unterkirche und der darüber liegenden Oberkirche, die durch eine achteckige Öffnung miteinander verbunden sind. Die Unterkirche ist dem heiligen Clemens geweiht, die Oberkirche der Gottesmutter Maria. Früher gingen Forscher davon aus, dass die Oberkirche der Familie von Wieds vorbehlaten gewesen sei, während das normale Volk lediglich Zugang zu der Unterkirche hatte. Diese These läßt sich aber nach neuesten Erkenntnissen nicht mehr aufrecht erhalten.

Die romanischen Deckenmalereien machen die Doppelkirche in Schwarzrheindorf zu einer der bedeutendsten romanischen Kirchen in Deutschland. Sie wurden bereits in den Jahren nach der Einweihung der Kirche fertiggestellt und bei Renovierungsarbeiten im 17. und 18. Jahrhundert übertüncht, aber Mitte des 19. Jahrhunderts wieder freigelegt und seitdem auch restauriert.

Daneben findet man in beiden Kirchenteilen Wandmalungen, die ebenfalls Mitte des 12. Jahrhunderts fertigestellt wurden. In der Unterkirche befinden sich darunter Wandfresken des Ezechiel-Zyklus, die aus der Erbauungszeit original erhalten geblieben sind.

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